Was ist Enjokosai?

Enjokosai (auch Enjokōsai oder Enjo kōsai geschrieben), auch bekannt als „Aushilfsbegleitung“ ist ein Phänomen in Japan. Das Thema hat in den letzten Jahren sowohl in Japan als auch international viel Aufmerksamkeit erregt, da die Ethik in Bezug auf Enjokosai immer wieder diskutiert wird.

Enjokosai heißt grob übersetzt auf Deutsch „Partnersuche mit Unterstützung“. Der Begriff bezieht sich auf die Konstellation, in der ältere Männer, oft als „Gönner“ bezeichnet, finanzielle Unterstützung oder Geschenke an junge Frauen anbieten, oft im Austausch für Begleitung, Gesellschaft oder gar intime Beziehungen. Enjokosai Beziehungen können von gelegentlichen Treffen bis hin zu regelmäßigen Verabredungen reichen. Sie ähneln stark den Sugar Beziehungen der westlichen Länder.

Im Gegensatz zur Prostitution suchen  die meisten Mädchen nur gelegentlich aus persönlichem Interesse oder wenn sie finanzielle Unterstützung benötigen nach einer Enjokosai Partnerschaft. Es stellt für sie eine lockere Beziehung dar, in der der Partner eine hohe Bereitschaft für teure Geschenke mitbringt. Enjokosai beinhaltet nicht zwangsläufig sexuelle Aktivitäten. Manchmal ist es dem Gönner lediglich wichtig, ein paar Stunden lang mit einem jungen Mädchen zu plaudern, um sich „wieder jung zu fühlen“ oder um von anderen gesehen zu werden. In Japan gelten junge Frauen als Statussymbol.

Die Ursprünge von Enjokosai

Die Wurzeln von Enjokosai lassen sich auf die sehr traditionelle, japanische Gesellschaft zurückführen. Hier dominiert ein starkes Hierarchiebewusstsein, eine hohe Wertschätzung von Höflichkeit und Respekt gegenüber Älteren sowie eine Kultur, die Geschenke und Gastfreundschaft schätzt. Gleichzeitig spielen natürlich auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Hier sind insbesondere hohe Bildungs- und Lebenshaltungskosten zu nennen, ebenso wie der Wunsch vieler junger Japanerinnen nach finanzieller Freiheit.

Kontroversen

Enjokosai wird kritisiert, da es viele als Ausbeutung junger Frauen betrachten. Auf der anderen Seite gibt es Befürworter, die argumentieren, dass Enjokosai eine Form der persönlichen Freiheit darstellt und solange alle beteiligten Parteien einverstanden sind, keine moralischen Bedenken bestehen. Für einige junge Frauen kann eine Enjokosai Beziehung eine Möglichkeit sein, finanzielle Stabilität zu erlangen oder ihren Lebensstil zu verbessern. Für andere wiederum kann es jedoch zu emotionalen Belastungen, Abhängigkeiten oder einem Verlust des Selbstwertgefühls führen.

In den letzten Jahren hat die japanische Regierung einige Schritte unternommen, um das Phänomen einzudämmen. Dies umfasst Gesetze und Richtlinien zur Bekämpfung von sexueller Ausbeutung und Kinderprostitution sowie Programme zur Förderung von Bildung und Arbeitsmöglichkeiten für junge Menschen. Darüber hinaus haben verschiedene NGOs und soziale Gruppen Initiativen gestartet, um das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen und Unterstützung für diejenigen anzubieten, die aus dieser Praxis aussteigen möchten.